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Patreon? Was ist das?

Viele von euch haben es vermutlich bereits mitbekommen. Vor kurzem habe ich ein Profil auf Patreon eröffnet. Das Feedback hat meine Erwartungen übertroffen und mein Early Bird Kontingent war in nicht einmal drei Tagen ausgeschöpft. Aber keine Sorge, das Kontingent habe ich kurzerhand verdoppelt. Wer sich für meinen Workflow interessiert und schnell ist, kann den Early Bird Preis noch abgreifen.

Neben dem großartigen Feedback, gab es aber auch reichlich Nachfragen: Was ist Patreon? Wie funktioniert das? Ist das ein Abo? Und und und.

Gleichzeitig haben sich andere Kreative gemeldet und waren neugierig, wie Patreon für Anbieter funktioniert. Daher schreibe ich diesen Blogartikel in drei Teilen. Im Ersten beantworte ich eure Fragen zur Plattform selbst und im Zweiten was ihr davon habt, wenn ihr meinem Coaching Kanal als Follower beitretet. Im dritten und letzten Teil gebe ich euch dann Einblicke, wie Patreon für Anbieter funktioniert.

Social Media meets Crowdfunding

Grob umschrieben, ist Patreon eine gelungene Mischung aus Social Media und Crowdfunding Plattform. Als Creator eröffnest du einen Account und verfügst dann, ähnlich wie bei Facebook, über eine eigene Seite bei Patreon, in der du Texte, Bilder oder Videos posten bzw. verlinken kannst. Soweit alles bekannt.

Der Unterschied ist einfach, dass du dich für deine Beiträge entlohnen lassen kannst. Aufgeteilt in sogenannte Tiers, bestimmst du, wer welchen Inhalt zu sehen bekommt. So habe ich meinen Content zum Beispiel in zwei einfache Tiers unterteilt:

Follow me - Alle meine Bilder unzensiert samt Metadaten
This is how I do it - Coaching Infos zu meinem Worflow

Während du meine unzensierten Bilder samt Background Infos schon für kleine Münze anschauen kannst, gibt es meine Coachinginhalte, Bildanalysen, Videos und Tutorials für einen fairen Monatsbeitrag von 25$ (Early Bird Preis).

Womit wir direkt bei der nächsten Frage wären: “Verpflichte ich mich bei Patreon zu einem Abo?”

Die klare Antwort ist “NEIN”. Du meldest dich zwar fortlaufend dazu an, einem Creator zu folgen und entlohnst diesen gleichzeitig für seine Inhalte, aber das ist jederzeit kündbar indem du dem Creator einfach entfolgst. Seine Inhalte sind für den gezahlten Monat aber weiterhin sichtbar.

Die Community - Patreon ist keine Einbahnstraße

Und warum machst du das gleiche nicht einfach auf deiner Webseite?” werden sich manche fragen. Nun die Antwort ist einfach. Patreon verkörpert für mich nicht nur eine Plattform, wo ich meine Coachinginhalte weitergeben kann, sondern eine Coaching Community.

Mit Messanger, Antwort-Posts, Votings und Community-Posts ist Patreon herrlich interaktiv. Meine Community antwortet mir direkt auf meine Beiträge oder schreibt mir Nachrichten, gibt Feedback, stimmt über Themen ab und teilt mir Wünsche zu Coachinginhalten mit. Genau so stelle ich mir eine Coaching Community vor und Patreon bietet dafür die Grundlage.

Kontinuierliches Lernen in kleinen Happen

Wer mir aufmerksam folgt, weiss dass ich 2018 eigentlich Videotutorials zu meinem Retusche Workflow produzieren wollte. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es bis heute nicht gemacht habe. Dabei war das nicht bloß daher geredet. Nachdem ich eine Umfrage zu Tutorials über meinen Newsletter gemacht habe, wurde erstmal ordentlich aufgerüstet: Ein neuer, leistungstarker iMac, Eizo Monitor und ein Rode Mikrofon zieren jetzt meinen Schreibtisch. Hochmotiviert habe ich mir auch eine Bildschirmaufzeichnungssoftware besorgt und dann… ja dann war es das erst einmal.

Meine Ansprüche an ein gutes Videotutorial sind hoch, aber der Aufwand, dieses zu produzieren ist es ebenfalls. Alleine die Zeit sich in die Software einzuarbeiten, ein Skript vorzubereiten, ohne Versprecher aufzuzeichnen, sowie die Inhalte zu cutten und sinnvoll zusammenzubringen überstiegen dieses Jahr meine zeitlichen Möglichkeiten. (An dieser Stelle noch einmal Entschuldigung an alle, die fleissig an meiner Umfrge teilgenommen haben und seither auf Inhalte warten).

Mit Patreon habe ich nun einen Weg gefunden, meine Coachinginhalte wohl dosiert weiterzugeben. Regelmäßige Tutorialbeiträge oder auch kleinere Videos passen wesentlich besser zum meinem Arbeitsrythmus, als ein aufwändiges Videotutorial.

Auch glaube ich, dass diese kontinuierlichen Inhalte besser beim Lernen helfen, als stundenlange Tutorials. Zu gut erinnere ich mich noch an mein erstes Jahr als Fotograf. Ich hatte mir zeitgleich mehrere, wirklich gut produzierte Videotutorials gekauft. Gesehen habe ich allerdings die wenigsten davon. Denn seien wir mal ehrlich, wer von uns hat die Zeit und vor allem die Ruhe, sich über mehrere Stunden mit Lernvideos zu beschäftigen geschweige denn, diese Inhalte zu verarbeiten.

Wie ich bei meiner eigenen Ausbildung an der Fotoakademie gelernt habe und was sich vor allem auch bei meinem Mentoring-Coaching ( 1 jähriges privates Coaching) gezeigt hat: Es kommt auf die Kontinuität an. Wer dauerhaft lernt und die Inhalte verarbeitet, wird sich auch hervorragend entwickeln.

Übrigens, wer nicht von Anfang an dabei ist: Kein Problem. Die wichtigsten Themen werden bei Patreon als “Featured Tags” direkt auf der Startseite gelistet. So kannst du die Themen nach deinen Interessen filtern und gezielt nachholen.

Warum postest du auf Englisch?

Digitale Inhalte kennen bekanntlich keine Grenzen und auch auf meinen Workshops begrüße ich seit geraumer Zeit internationale Fotografen. Nicht zuletzt poste ich, abgesehen von Facebook, auf allen Plattformen, auf denen ich meine Bilder veröffentliche, in Englisch. Daher mache ich dies auch auf Patreon.

Aber wie bereits erwähnt ist die Community interaktiv und auf Fragen oder Feedbacks in deutscher Sprache, antworte ich selbstverständlich auch in Deutsch. Nur wer absolut kein Englisch versteht, ist auf meinem Account vermutlich fehl am Platz.

Patreon für Kreative - Raus aus der Kostenloskultur

“Wer soll denn in Zeiten von Youtube, Facebook & Instagram für digitale Inhalte Geld bezahlen?”

Die Antwort ist: “Wir”. Genauer gesagt, zahlen wir bereits jetzt schon, nämlich mit unserer Zeit und unserer Aufmerksamkeit. Keine der genannten Plattformen bietet seine Leistung aus reiner Nächstenliebe an. Im Gegenteil, es werden Milliarden mit Monetarisierung und gezielter Werbung verdient. Das blöde daran ist, nur ein geringer Teil bleibt bei den Inhaltsanbietern hängen. Den dicken Reibach machen die Plattformen selbst.

Für 2018 liegen leider noch keine Zahlen vor, aber 2017 hat Patreon für seine Contentanbieter über 150 Millionen Dollar eingenommen. Dank einer Idee samt konsequenter Umsetzung mit Start im Jahr 2013, erzielen heute über 50.000 Anbieter Umsätze mit ihren digitalen Inhalten. Und das ist, wie ich finde, äusserst Lobenswert.

Wieviel bleibt hängen?

“Patreon ist doch viel zu teuer.” ist ein Satz, den ich schon öfters gehört habe. Anbieter von digitalen Inhalten mögen geneigt sein, ihren Content über die eigene Webseite anzubieten, schließlich gibt es auch Abo/Contentmodelle für Webseiten.

Nun, es gibt keinen festen Wert, da sich die Höhe der Gebühren nach der Höhe der festgesetzten Trier-Beiträge richtet. In meinem Fall kann ich euch sagen, betragen die Gebühren etwa 10%, wobei davon 5% an Patreon gehen und der Rest auf die Zahlungsabwickler entfällt.

Ich denke, das ist sehr fair, zumal sich Patreon ebenfalls um das sehr leidige Thema der Umsatzbesteuerung kümmert. Wer europäische Kunden für digitale Inhalte hat, ist verpflichtet, nicht seine eigene Umsatzsteuer zu berechnen, sondern die Umsatzsteuer des Kunden und diese dann, an die jeweiligen Finanzämter der unterschiedlichen Länder abzuführen. Ja richtig gehört, komplizierter geht es kaum. Gottseidank kümmert sich Patreon darum und lässt Creator, sich voll und ganz auf ihre Inhalte konzentrieren.

Nicht zuletzt bin ich einfach Dankbar, dass Patreon dazu beiträgt, dass sich heute tausende von Kreativen, wieder für ihre Inhalte entlohnen lassen. Wer wie ich, Editorials in Magazinen veröffentlicht hat, weiss genau, dass es die letzten Jahre nur in die eine Richtung ging, nämlich Abwärts. Zuletzt versuchte ein Onlinemagazin mich doch tatsächlich zu einer Geldspende zu bewegen, damit meine Bilder auf ihrer Plattform veröffentlicht werden. Ja natürlich, ich habe abgelehnt, aber ich habe auch schon oft meine Bilder kostenlos zur Verfügung gestellt. Das war und ist heute ganz normal, aber wer weiss, vielleicht findet ja ein Umdenken bei uns Fotografen statt. Mit Patreon mache ich zumindest mal einen Anfang.

Was kannst du anbieten?

Nun diese Frage kann ich dir nicht beantworten. Das ganze Model funktioniert selbstverständlich nur, wenn du Inhalte bietest, die andere interessieren. Wenn dem so ist, versuche es doch einfach. Was hast du zu verlieren? Weniger als nichts kannst du schließlich nicht bekommen ;)

Auch musst du natürlich deine anderen Social Media Accounts nicht aufgeben. Im Gegenteil, sie helfen schließlich bei der Vermarktung deines kostenpflichtigen Angebots.

Ich für meinen Teil hatte mit meinen Coaching Inhalten einen ganz guten Riecher. Soeben hat sich mein 50. Patron angemeldet und nach etwas mehr als einer Woche, ist ein kleiner, aber feiner Zusatzverdienst entstanden. Danke an dieser Stelle an alle, die sich von Beginn an angemeldet haben. Ohne euch und euer Feedback wäre ich nicht so begeistert von Patreon und diesen Artikel würde es nicht geben.

Falls du dich ebenfalls für meinen Content interessierst oder dich informieren möchtest, wie man ein Creator Profil aufbauen kann: Schau einfach mal rein:

www.patreon.com/sachaleyendecker

Und falls dich dieser Artikel motiviert hat selbst einen Creator Account bei Patreon anzulegen, würde ich mich sehr über dein Feedback sowie deine Erfahrungen freuen.

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