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Mit der instax SQUARE SQ10 in Thailand

Wer mich kennt weiss, ich bin ein instax Fan. Der einzigartig, knackige Bildlook und die rasante Entwicklungszeit sind fantastisch. Meine 210er ist bei fast jedem Shooting dabei und zaubert den Modellen ein Lächeln ins Gesicht. Es ist einfach unglaublich wie man mit einem einfachen Sofortbild Menschen begeistern kann. 

Allerdings musste ich mich Anfangs erst mal an das System gewöhnen, bevor es mir wirklich Freude machte. Wollte ich die instax doch wie meine normale Spiegelreflex verwenden. Aber ohne entsprechenden Features bzw. Einstellmöglichkeiten lässt der kreative Spielraum nur bedingt ausnutzen. Mit der SQUARE SQ10 hat FUJIFILM nun aber eine Kamera im Sortiment, die deutlich mehr kreativen Freiraum bietet. Grund genug, sie auf meinem Foto-Event in Thailand zu testen und von meiner Erfahrung zu berichten. 

Squared2.jpg

Be squared

Zunächst mal ein dickes Lob an FUJIFILM. Endlich steht ein quadratische Sofortbildformat (62mmx62mm) dem instax System zur Verfügung. Bislang wirkte der breitere Griffrand bei meinen Widefilmen im Hochformat immer etwas fehl am Platz. Das gehört nun der Vergangenheit an und der Griffrand befindet sich bei all meinen Bildern wieder unter dem Bild. Natürlich wird es die meisten von euch eh nicht gestört haben, aber es fühlt sich einfach richtiger an. 

Darüber hinaus bietet das quadratische Format einfache und zugleich spannende Gestaltungsmöglichkeiten. Schließlich sind wir dank Instagram seit Jahren gewöhnt, die digitale Bildwelt ein wenig quadratischer zu sehen. Egal ob es sich bei dem Motiv um ein klassisches Hoch- oder Querformat handelt: Quadratisch geht immer.

In diesem Sinne... Be squared! 

 

Formschönes Design & einfaches Menü

Bereits beim Auspacken fällt auf, die SQ10 wirkt deutlich edler und wertiger als ihre Schwestermodelle. Hierzu trägt vor allem das formschöne Design, die Metalloptik Elemente sowie das rückseitige Display bei. Ein echter Hingucker.

Der Ein- und Ausschalter ist in den breiten Metallring um die Linse integriert. Ebenfalls auf der Vorderweite etwas weiter oben befinden sich der Auslöser und der Button für den Belichtungsmodus. Beide sind von der Optik identisch und können von der Tastenbelegung getauscht werden. Rechts- und Linkshänder werden gleichermaßen Berücksichtigt. 

Auf der Rückseite erwartet uns zunächst ein Schieberegler zum Öffnen des Kassettenfachs. Darunter ist das 3 Zoll große Display positioniert gefolgt von kreisrund angeordneten Bedienungs-Buttons. Zur Auswahl stehen folgende Funktionen: 

  • Vignette (hell/dunkel)
  • Bildlooks (normal + 10 Looks)
  • Belichtungskorrektur (-3 bis +3)
  • Bildansicht
  • Drucken
  • Hauptmenü
  • Zurück

Darüber hinaus steht zum Navigieren ein Drehring zur Verfügung, welcher gleichzeitig als 4-Wege Kippschalter fungiert. Genaueres zur Funktionsweise erkläre ich etwas später. An den Seiten befinden sich jeweils eine Klappe, die den Zugang zum Mini-USB Steckplatz sowie dem Akkufach und dem Micro-SD Kartenslot freilegen. Nicht zu vergessen ist der seitlich angebrachte "Auto/Manual" Schalter, dem ich Anfangs keine Beachtung geschenkt habe was ein grober Fehler meinerseits war. Aber auch hierzu später mehr. 

Endlich volle Blitzkontrolle

"Was? Der Sacha blitzt? Habe ich da was falsch verstanden?" Nein habt ihr nicht. Zwar nutze ich hin und wieder tatsächlich mal einen Aufsteckblitz für einen "Glamour-Trash-Look" aber im allgemeinen sind meine Bilder für ihre Available Light Looks bekannt. Und dank der SQUARE SQ10 kann ich diese Looks nun auch wieder ins Sofortbild übernehmen, denn die Kamera bietet die Möglichkeit den Blitz verlässlich einzustellen bzw. wie in meinem Fall, verlässlich abzuschalten. Wer den Blitz hingegen kreativ nutzen möchte dem stehen folgende Blitzmodi zur Verfügung: 

  • Automatischer Blitz
  • Erzwungener Blitz
  • Unterdrückter Blitz
  • Langzeit-Synchro
  • Rote Augen & Langzeit Synchro

"Langzeit-Synchro"? Ja richtig gehört. Die SQ10 bietet drei verschiedene Aufnahmemodi an: 

  • Standard
  • Doppelbelichtung
  • Bulb-Modus

Letzterer hat mir in Verbindung mit dem "Auto/Manual" Schalter die Panik ins Gesicht getrieben: 

Über Eco Khao Lak Adventures hatten wir einen Ausflug in ein Elefantencamp gebucht. Dieses Camp setzt sich im Gegensatz zu vielen anderen Touristenattraktionen in Thailand für die artgerechte Haltung der Elefanten ein. Daher ist auch kein Reiten erlaubt. Die Tiere dürfen allemal gefüttert werden und man darf ca. 20 Minuten mit ihnen baden. Ich hatte also jeweils 5 Minuten um schöne Bilder von meiner Frau sowie unseren 3 Modellen zu machen. Die Spiegelreflex sowie die instax im Anschlag ging ich gut vorbereitet in dieses "Mini-Shooting". Blöderweise hatte ich in der Hektik gleich zwei Schalter verstellt. Die Kamera stand auf "Bulb-Belichtung" sowie auf "Auto".

Wofür steht "Auto/Manual" überhaupt? Böse Zungen behaupten, der Sofortbildcharme gehe durch die Möglichkeit, der internen, nachträglichen Bildbearbeitung verloren. Wer sich für den Auto-Modus entscheidet druckt das Bild mit den aktuellen Einstellungen der Kamera (Vignette, Bildlook, Belichtungskorrektur) sofort aus. Bitteschön, hier ist er wieder der "Sofortbildcharme", welcher meines Erachtens eh nie verloren ging. Schließlich sind wir im 21. Jahrhundert angekommen und da darf es ruhig ein klein wenig technologischer Fortschritt sein, auch bei Sofortbildern. Wer die Bilder später betrachtet wird kaum fragen, ob das Bild sofort nach dem Auslösen gedruckt wurde.

Aber zurück zu unserem Elefantenshooting. Ihr könnt euch sicher gut vorstellen wie es mir die Panik ins Gesicht getrieben hat, als das erste, überbelichtete Bild (dank Bulb-Modus) sofort aus der Kamera kam. Bislang hatte ich dem Auto-Modus ja keine Beachtung geschenkt und ich wusste nicht was los ist. Ausgerechnet dann, als ich keine Zeit hatte mich mit der Fehlersuche zu beschäftigen. Immerhin, den Standardmodus hatte ich schnell wieder gefunden, aber mit jedem Auslösen verabschiedete sich ein Bild. Die Kassette war dementsprechend schnell leer und ich verlor wertvolle Zeit beim Nachladen. Dennoch sind uns ein paar unvergessliche Aufnahmen gelungen und bei der anschließenden Fehleranalyse habe ich dann auch den "Auto/Manual" Schalter entdeckt.

Elefantenbaden.jpg

 

Sofortbild mit WOW Effekt

Bereits beim internen Nachbearbeiten sorgt die SQUARE SQ10 für Begeisterung. Wie bereits erwähnt besteht die Möglichkeit das Bild mit 10 Bildlooks zu versehen, nachträglich die Belichtung zu korrigieren und eine helle oder dunkle Vignette über das Bild zu legen. Etwas im Menü versteckt ist die Möglichkeit das Bild zu drehen. Noch versteckter, dafür ein absolutes Killer Feature, ist die Funktion, das Bild über das Drehrad zu Zoomen (10 Zoomschritte) und mit dem 4-Wege-Wippschalter den Ausschnitt zu verändern. Und ja, ihr könnt das gezoomte Bild drucken. Das lässt euch auch naträglich viel Spielraum in der Bildkomposition. Gerade für Sofortbildeinsteiger ein echtes Highlight. 

Das große Staunen kommt aber beim Drucken selbst. Ein einfaches, kleines Feature entlockte bislang noch jedem Model ein grosses "WOW". Das Bild wird auf dem Display virtuell in den Sofortbildrahmen gepackt und langsam aus dem Display nach oben geschoben wo dann das tatsächliche Sofortbild an der Oberseite der Kamera erscheint. Simple, aber sooooo gut. So macht Drucken einfach Spaß. 

 

Don't trust your display

Wer bei hellem Tageslicht oder gar Sonnenschein fotografiert kennt das Problem. Dem Kameradisplay kann man nicht trauen. Der instax SQUARE SQ10 fehlt zudem die Möglichkeit, die Helligkeit des Displays manuell zu regeln. Bei Aufnahmen am Strand oder am Pool war eine Displaylupe unverzichtbar. 

Auch musste ich mich Anfangs leicht umstellen. Bin ich es doch gewöhnt, meine Bilder etwas unterzubelichten. Dies führt bei den instax Sofortbildern aber zu einem deutlich zu hohen Schwarzanteil in den Bildern. Seither vertraue ich dem internen Belichtungsmesser und drucke die meisten meiner Bilder bei +/-0 aus, auch wenn sie auf dem Display für meinen Geschmack zu hell erscheinen. 

Handling & Verarbeitung

Abgesehen von meinem Ausrutscher mit dem "Auto/Manual" Schalter ist das Handling extrem einfach. Bei Auslieferung ist das Display mit einem Sticker versehen, der die Menüführung simpel darstellt, aber selbst diesen braucht es nicht. Das Menü ist absolut selbsterklärend und übersichtlich. 

Das Fotografieren über das Display ermöglicht eine deutlich exaktere Bildgestaltung als die optischer Sucher bisheriger istax Modelle. Zwar wird beim Drucken nochmals etwas vom Rand des Bildes abgeschnitten, aber dieser Verschnitt fällt nicht wirklich ins Gewicht.

Während unseres Fotoevents bin ich mit der SQ10 nicht zimperlich umgegangen. Sie musste hohe Temperaturen durch direkte Sonneneinstrahlung oder unseren aufgeheizten Transporter genau so ertragen wie reichlich Sand, Salzwasser, Dreck und Sonnencreme. Natürlich hat die Kamera vor allem durch den Sand den einen oder anderen Kratzer abbekommen, wurde aber in keinster Weise in ihrer Funktion beieinträchtigt. Auch die Filme haben durch die Hitze keinen Schaden genommen. Meine Beurteilung der Verarbeitungsqualität nach diesem Extrem-Trip: "Erstklassig"

 

Fazit

Ich war schon vor der SQUARE SQ10 ein großer instax Fan. Aber mit diesem Modell hat FUJIFILM nahezu alle Funktionen in die Kamera gepackt, die mir bislang gefehlt haben. Lediglich beim nachträglichen Drehen des Bildes würde ich mir feinere Abstufungen als eine 90 Grad Drehung Wünschen und das separate Angleichen von Tiefen & Lichtern wäre ebenfalls ein feines Feature. Abgesehen davon fällt mir beim besten Willen nichts ein, was der Kamera noch fehlt. Für mich, eine richtig gut gelungene Sofortbildcam. 

Preislich liegt die Kamera bei Amazon aktuell bei etwa 260,- Euro und ein Bild schlägt mit ca. 1,- Euro zu buche. Bei den Verbrauchskosten hat sich daher nichts geändert. Der Anschaffungspreis wird den einen oder anderen im ersten Moment vielleicht abschrecken. Wer sich dann aber vor Augen führt, welchen Mehrwert er für sein Geld bekommt, wird den Aufpreis gerne in Kauf nehmen. 

Die SQUARE SQ10 bietet kreativen Köpfen einfach mehr Freiheiten bei der Licht- und Bildgestaltung und wird FUJIFILM's großen Erfolg mit dem instax System sicher weiter voran treiben. 

Credits: 
Models: Mara Landwehrs, Miriam Bettermann, Sophia Luna Lisa, Ploy Kanarat
Hair & Make-Up: Monika Leyendecker
Making Of: Michael Boomers
Instax & Sofortbilder: Sacha Leyendecker 

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